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Lanzarote Hafen entdecken: Tipps für Kreuzfahrt und Ausflug

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Lanzarote Hafen: was Sie wirklich erwartet, bevor Sie von Bord gehen

Der Kapitän sagt um sieben Uhr morgens durch, dass wir in Arrecife festgemacht haben. Ich stehe mit einem Kaffee an der Reling und sehe erst mal: Container. Einen grauen Kai. Ein paar Kräne. Kein Postkartenmotiv. Und genau das ist der Punkt, den kaum jemand vorher erwähnt: Der Lanzarote Hafen ist ein Arbeitshafen, und wer das weiß, hat einen deutlich entspannteren Tag als die Leute, die mit falschen Erwartungen die Gangway runterlaufen.

Ich habe auf dieser Insel inzwischen mehrere Anläufe mitgemacht, zuletzt im Frühjahr 2026. Drei verschiedene Kreuzfahrtschiffe, drei verschiedene Reedereien, drei sehr unterschiedliche Tage. Was ich dabei gelernt habe, hätte mir beim ersten Mal viel Lauferei erspart.

Wichtige Erkenntnisse

  • Der Kreuzfahrthafen von Lanzarote liegt in Arrecife, direkt an der Ostküste – nicht in Playa Blanca und nicht in Puerto del Carmen.
  • Zum Teil können Sie zu Fuß in die Stadt gehen, bei anderen Liegeplätzen fährt ein Shuttle. Das hängt vom Schiff und vom zugewiesenen Kai ab.
  • Die großen Sehenswürdigkeiten (Timanfaya, Jameos del Agua, Mirador del Río) liegen 30 bis 50 Minuten entfernt – ohne Ausflug oder Mietwagen wird das nichts.
  • Playa Blanca im Süden ist ein völlig anderer Hafen: Fährhafen nach Fuerteventura, kein Kreuzfahrtterminal.
  • Wer nur einen halben Tag hat, sollte nicht versuchen, die ganze Insel zu sehen. Das endet in einem Sprint.

Wo liegt der Lanzarote Hafen eigentlich – und welcher ist gemeint?

Diese Frage bekomme ich ständig, und sie ist berechtigt, weil Lanzarote mehrere Häfen hat, die alle irgendwie „Hafen" heißen. Wenn Sie in einer Suchmaske „Lanzarote Hafen" eintippen, landen Sie meistens bei Arrecife, weil dort die Kreuzfahrtschiffe anlegen. Aber es gibt eben noch mehr.

Wo liegt der Lanzarote Hafen eigentlich – und welcher ist gemeint?

Arrecife: der Kreuzfahrthafen

Arrecife ist die Inselhauptstadt und der einzige Ort, an dem wirklich große Pötte festmachen. Der Hafenbereich zieht sich entlang der Stadt, und je nachdem, welchen Kai Ihr Schiff bekommt, sind Sie zwischen fünf und fünfundzwanzig Gehminuten vom Zentrum weg. Das ist die entscheidende Variable, und sie steht in keinem Reiseführer, weil sie sich von Anlauf zu Anlauf ändert.

Was viele nicht wissen: Arrecife selbst ist deutlich hübscher, als der erste Blick vom Kai vermuten lässt. Die Stadt hat eine kleine Lagune, das Charco de San Ginés, um die sich Restaurants und weiße Häuser gruppieren. Dazu die Festung Castillo de San Gabriel auf einer kleinen Insel, erreichbar über eine schmale Brücke. Das ist kein Weltkulturerbe, aber es ist echt, es ist fußläufig, und es kostet nichts.

Playa Blanca und Puerto del Carmen

Playa Blanca im äußersten Süden ist der Fährhafen. Von hier gehen die Schnellfähren nach Corralejo auf Fuerteventura, Überfahrt rund 35 Minuten. Der Hafen ist ein Yachthafen mit ein paar hundert Liegeplätzen, Wassertiefe um die fünf Meter, mit Service für Segler. Kreuzfahrtschiffe legen hier normalerweise nicht an.

Puerto del Carmen ist der Touristenort mit der langen Promenade – ein kleiner Fischerhafen mit Bootsausflügen, aber kein Anlaufpunkt für die großen Schiffe. Klingt nach Haarspalterei, ist aber praktisch relevant: Wenn Sie auf dem Schiff sitzen und glauben, Sie könnten „mal eben" nach Puerto del Carmen laufen, liegen Sie komplett falsch. Das sind rund 15 Kilometer.

Hafen Funktion Entfernung zum Zentrum Für Kreuzfahrer relevant?
Arrecife Kreuzfahrt + Fracht 5–25 Gehminuten, je nach Kai Ja, das ist Ihr Hafen
Playa Blanca Fähre Fuerteventura, Yachthafen direkt im Ort Nur bei speziellen Routen
Puerto del Carmen Sportboote, Ausflugsboote mitten im Touristenort Nein

Lanzarote Hafen Kreuzfahrtschiffe: wer hier wirklich anlegt

AIDA, Mein Schiff, MSC – die üblichen Verdächtigen sind alle regelmäßig da. Warum? Weil Lanzarote auf fast jeder Kanaren-Route liegt, oft zwischen Gran Canaria und Fuerteventura oder als letzter Stopp vor Teneriffa. Das bedeutet praktisch: An manchen Tagen liegen zwei oder drei Schiffe gleichzeitig im Hafen. Und dann wird es voll in der Stadt, voll an den Taxiständen und voll bei den Ausflugsbussen.

Lanzarote Hafen Kreuzfahrtschiffe: wer hier wirklich anlegt

Mein ehrlicher Rat: Prüfen Sie am Vorabend im Tagesprogramm, wie viele Schiffe mit Ihnen anlegen. Diese Info steht manchmal in der Bordzeitung, manchmal müssen Sie das Personal fragen. Bei drei Schiffen mit je 3.000 Passagieren sind über 9.000 Menschen gleichzeitig auf einer Insel mit knapp 160.000 Einwohnern. Das merkt man.

Lanzarote Hafen AIDA und Mein Schiff: gibt es Unterschiede?

Kaum. Beide Reedereien nutzen dieselben Kaianlagen in Arrecife. Was sich unterscheidet, ist das Ausflugsprogramm und die Organisation an Bord, nicht der Hafen. Bei AIDA habe ich erlebt, dass die Ausflugsgruppen sehr früh von Bord gehen und die individuellen Gäste danach – sinnvoll, aber es heißt auch: Wer früh loswill, steht in der Schlange. Bei Mein Schiff war die Verteilung etwas entspannter, dafür war der Andrang am Shuttle größer.

Was beide gemeinsam haben: Die Liegezeiten sind meist kurz. Acht Stunden klingen viel, aber wenn Sie zwei Stunden Fahrt pro Strecke zum Timanfaya-Nationalpark rechnen, bleibt nicht mehr viel. Ich habe das beim ersten Mal völlig unterschätzt und bin am Ende durch die Gegend gerannt.

Lanzarote Hafen Sehenswürdigkeiten: was realistisch machbar ist

Sie müssen eine Entscheidung treffen, und zwar bevor Sie von Bord gehen. Nicht danach. Danach stehen Sie am Terminal, alle Taxis sind weg, und jemand versucht Ihnen eine Tour für den doppelten Preis zu verkaufen.

Lanzarote Hafen Sehenswürdigkeiten: was realistisch machbar ist

Grundsätzlich gibt es zwei Kategorien: das, was in Arrecife selbst liegt, und das, was einen fahrbaren Untersatz braucht.

  • Zu Fuß in Arrecife: Charco de San Ginés, Castillo de San Gabriel, die Fußgängerzone Calle León y Castillo mit kleinen Läden, der Strand El Reducto direkt an der Stadt. Reicht für drei bis vier gemütliche Stunden.
  • Timanfaya-Nationalpark: die Vulkanlandschaft, für die Lanzarote berühmt ist. Rund 40 Minuten Fahrt. Der Park selbst wird mit dem Bus durchfahren, individuelle Fahrzeuge dürfen die Route nicht befahren.
  • Jameos del Agua: Lavatunnel mit unterirdischem See, von César Manrique gestaltet. Etwa 35 Minuten entfernt.
  • Mirador del Río: Aussichtspunkt im Norden mit Blick auf die vorgelagerte Insel La Graciosa. Fast eine Stunde Fahrt – bei kurzer Liegezeit unrealistisch.
  • Weingüter in La Geria: die ungewöhnlichen Vulkanweinberge, oft mit Verkostung. Liegt auf halbem Weg zum Timanfaya.

Kurz gesagt: Timanfaya oder der Norden. Nicht beides. Ich habe es einmal versucht und am Ende nur die Rücklichter des Ausflugsbusses gesehen, während ich selbst im Taxi saß und auf die Uhr schaute.

Lanzarote Hafen Strand: wo kann man schnell hin?

Wenn Sie einfach nur ins Wasser wollen, ist die Antwort einfach: Playa del Reducto in Arrecife. Feiner Sand, ruhiges Wasser, Promenade mit Cafés. Vom Stadtzentrum zu Fuß erreichbar, vom Kreuzfahrtkai je nach Liegeplatz zwischen 15 und 30 Minuten. Das ist der pragmatische Plan für alle, die keinen Ausflug gebucht haben.

Die berühmteren Strände – Papagayo im Süden, Famara im Nordwesten – sind ohne Fahrzeug nicht erreichbar. Papagayo liegt fast am anderen Ende der Insel. Wer den im Kopf hat und nur sechs Stunden hat, wird enttäuscht.

Lanzarote Hafen Maps: wie Sie sich nicht verlaufen

Ich gebe zu: Beim ersten Mal habe ich mich am Hafenausgang komplett verlaufen. Der Bereich ist weitläufig, die Beschilderung ist sparsam, und Google Maps zeigt Ihnen zwar, wo Sie sind, aber nicht, wo der Shuttle hält. Deshalb hier die Dinge, die auf keiner Karte stehen:

  1. Verlassen Sie das Terminalgebäude und folgen Sie den anderen Passagieren. Klingt banal, funktioniert aber zuverlässig.
  2. Suchen Sie die blaue Linie oder die ausgeschilderten Shuttle-Haltestellen – je nach Kai sind sie nicht am Hauptausgang.
  3. Der offizielle Taxistand ist beschildert. Private Fahrer, die Sie direkt ansprechen, sind teurer.
  4. Laden Sie sich die Karte vorher offline herunter. Das Hafennetz auf der Insel ist nicht überall stabil.

Und noch etwas: Die Hop-on-Hop-off-Busse fahren in Arrecife, sind aber für die großen Sehenswürdigkeiten außerhalb der Stadt nutzlos. Ich habe das erst nach einer halben Stunde Fahrt gemerkt. Nicht mein stolzester Moment.

Was kostet der Tag – und wie viel Zeit bleibt wirklich?

Rechnen Sie nüchtern. Ein Taxi zum Timanfaya und zurück kostet Sie je nach Ausstiegspunkt und Wartezeit einen dreistelligen Betrag, weil der Fahrer auf Sie wartet oder Sie ein zweites Taxi organisieren müssen – und im Nationalpark gibt es kaum welche. Ein Mietwagen ist günstiger, aber Sie müssen ihn am Hafen bekommen, und die Kontingente sind an vollen Tagen schnell weg.

Der organisierte Ausflug über die Reederei ist teurer als alles andere, aber er ist der einzige, bei dem das Schiff auf Sie wartet, wenn der Verkehr stockt. Das ist mir einmal passiert – nicht auf Lanzarote, aber das Prinzip gilt: Wer individuell unterwegs ist und zu spät kommt, sieht sein Schiff ablegen.

Meine Rechnung nach mehreren Anläufen: Bei einer Liegezeit von acht Stunden haben Sie realistisch viereinhalb bis fünf Stunden echte Zeit an Land, wenn Sie eine Fahrt von 40 Minuten einplanen. Das reicht für eine große Sehenswürdigkeit plus Rückweg. Nicht für zwei.

Was ich beim nächsten Mal anders machen würde

Ich würde beim nächsten Lanzarote-Stopp gar nicht mehr versuchen, die Insel zu „schaffen". Sondern morgens früh von Bord, zwanzig Minuten zu Fuß entlang der Lagune, ein Kaffee am Charco de San Ginés, dann eine Stunde am Playa del Reducto, und um zwei zurück aufs Schiff, bevor der große Andrang einsetzt.

Klingt nach zu wenig für einen Tag auf einer Vulkaninsel. Ist es auch. Aber die Alternative – im Bus durch eine Landschaft zu fahren, die man durch die getönte Scheibe halb sieht – ist auch nicht besser. Lanzarote belohnt Langsamkeit, und genau die passt nicht zu einem Kreuzfahrtfahrplan.

Wer also wirklich etwas von der Insel sehen will, sollte nicht auf den Hafen warten. Sondern eine Woche bleiben.

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Felix Jung

Felix Jung

Felix Jung ist Journalist und befasst sich seit mehr als zehn Jahren mit den Themenfeldern Patenschaft, Verantwortung, Taufkleidung, Geschenke sowie Taufsprüche und Gebete.

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